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Frauenantwort:
Liebe Männer, zunächst einmal muss man sagen, dass „viel“ eine Mengenangabe ist, die im Auge des Betrachters liegt. Im Vergleich zu einem ganzen Leben, sind 12 Hosen ja nicht viel, sondern eben angemessen. Darüber hinaus trifft das Klischee vom Klamottentick auch nicht nur auf Frauen zu. Das nur am Rande: Ich habe schon einige Männer kennen gelernt, die mehr Schuhe und Klamotten als ich selbst im Schrank hatten. Und, bevor ihr jetzt widersprechen könnt, diese Männer waren nicht schwul.
Aber nun zum, ich gebe es ja zu, weitaus häufigeren Fall: Frauen und ihr Klamottentick.
Viele meiner Geschlechtsgenossinnen bräuchten eigentlich einen eigenen Raum für ihre Sachen. Wie haben wir Carrie in „Sex and the City“ angesichts ihres riesigen, begehbaren Kleiderschranks beneidet! Niemals würde eine Frau auf die Idee kommen nachzufragen, ob diese ganzen Klamotten wirklich sinnvoll sind. Natürlich sind sie das, schließlich können wir ja nicht nackt herumlaufen. Gut, man könnte jetzt einwenden, dass allein zum Zwecke der Verhüllung ja auch eine Hose, ein Paar Schuhe und wenige Oberteile genügen würden. Aber diese beschränkte Auswahl kommt im weiblichen Universum nicht in Frage. Nicht einmal im männlichen, denn wenn ihr tief in euch geht und euch vorstellt, wir hätten jeden Tag die gleichen Klamotten an müsst ihr doch zugeben, dass euch das nicht gefallen würde.
Außerdem ist es ja nicht so, dass hier bei beiden Geschlechtern mit einem Maß gemessen wird. Zum Beispiel ist es oft bei Männern nicht so wichtig, wie viele Bekleidungsstücke sie besitzen, weil niemand so genau darauf achtet, was die Herren der Schöpfung so tragen. Ihr seit uns im Zweifel auch dann noch lieb, wenn ihr mit nur zwei Hosen auskommt! Andersherum wird bei Frauen aber öfter darauf geachtet, was sie so anhaben. Jedenfalls bilden wir uns das ein und das kommt sicher auch daher, dass wir unsere Geschlechtsgenossinnen bezüglich ihrer Klamottenauswahl viel eingehender analysieren als euch. Das hat gar nichts mit Zickigkeit zu tun, denkt also bitte nichts falsches von uns! Es ist nur so, das müsst ihr auch mal zugeben, dass Bekleidung für Frauen viel auffälliger, facettenreicher und oft auch bunter ist, als für die Herren der Schöpfung.
Große Klamotten-Auswahl für jede Laune
Ein weiterer und nicht zu unterschätzender Aspekt ist unser Seelenleben. Manchmal ist uns eben nicht nach der hautengen Jeans und wir wollen Klamotten tragen, die bequemer sind. An manchen Tagen müssen es dann wieder die bunten Oberteile sein und dann braucht man ja zu allem auch die passenden Schuhe und Accessoires! Es ist gar nicht so einfach, sich immer typgerecht, ansprechend und nach Laune und Wohlfühlfaktor zu kleiden, gleichzeitig aber auch noch dem Anlass gerecht zu werden, in den wir uns begeben. Wir wollen schließlich hübsch und passend gekleidet sein. Nicht nur für uns, sondern schließlich auch für euch!
Und dann wäre da letztlich auch noch das Problem mit dem Wegschmeißen. Man sagt ja, dass man Klamotten spätestens nach einem Jahr Schrankdasein wegwerfen soll, wenn man sie in dieser Zeit nicht mehr getragen hat. Aber Mode, das weiß jeder, wiederholt sich in regelmäßigen Abständen. Die Röhre von heute war vor 20 Jahren auch schon aktuell. Wenn also ein plötzlicher Wandel in der Mode einen neuen Trend vorgibt, sind wir blitzschnell passend gekleidet. Zumindest theoretisch, denn oft sind die Schnitte dann wieder alt und wir müssen zu Shoppingtouren aufbrechen, um die aktuellsten Stücke zu erhaschen. Dank derartiger Zwischenfälle wächst und gedeiht ein Kleiderschrank, bzw. dessen Inhalt. Und dabei entwickelt er sich zum Mikrokosmos, zur Fundgrube und zum Souvenirladen für Touren in die Vergangenheit. Wir brauchen, wie ihr merkt, die ganzen Klamotten also nicht nur zum Anziehen, sondern auch um Modegeschichte zu konservieren. Also gönnt uns den Spaß und freut euch doch einfach darüber, dass eine gut ausgestattete Frau euch jeden Tag mit einem neuen Outfit überraschen kann. Das ist doch auch was, oder steht ihr etwa nicht auf Abwechslung?