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Liebe Männer, habt ihr wirklich so ein Problem mit rosafarbigen Gegenständen?

Frauen fragen Männer
Liebe Männer, habt ihr wirklich so ein Problem mit rosafarbigen Gegenständen?

Männerantwort:

Liebe Frauen,

es ist wirklich eine gute Frage, warum Männer vor Dingen in rosa zurückschrecken. Aber sind es wirklich die Dinge, die das Problem auslösen oder die Farbe an sich? Rein theoretisch könnte man diese Frage ja auch auf jede andere Farbe beziehen. Warum also gerade rosa?

Aus Prinzip hat wohl niemand ein echtes Problem mit rosafarbigen Gegenständen. Der rosarote Panther beispielsweise erfreut sich ja seit fünf Jahrzehnten anhaltender Beliebtheit.

Nein, das Problem ist nicht die Farbe selbst, sondern was mit ihr verbunden wird. Gesellschaftlich wird mit der Farbe rosa vor allem der kleine aber feine Unterschied zwischen den Geschlechtern dargestellt. Durch unsere Altvorderen wissen wir Männer, dass Jungs in Baby-blau angezogen werden, Mädchen in rosa. Schleifen sind rosa, Schühchen und Kleidchen sind rosa. Barbie ist rosa.

Versteht uns nicht falsch, gegen rosa an sich ist nichts einzuwenden... solange wir es nicht tragen müssen. Mit der Ablehnung, seine Wohnung in rosa zu gestalten oder rosafarbene Kleidung zu tragen verbindet sich nämlich vor allem eines: Angst. Und wie Ihr ja wisst, geben Männer diesen Zustand nicht gerne zu. Und ausgerechnet in diesem Falle geht es für uns Männer ans Eingemachte.

Das mag jetzt hochtrabend klingen, aber werden wir Männer dazu gezwungen, uns ein rosa T-Shirt überzustreifen, so geraten wir spontan in eine geschlechtliche Identitätskrise. Von frühester Jugend an wird uns gezeigt, dass Mädchen rosa tragen. Werden wir durch das Tragen von rosa Klamotten dadurch im Umkehrschluss zu Mädchen? Natürlich ist das ausgemachter Unfug und genau genommen wissen wir das ja auch. Aber aus unserer Haut können wir auch nicht.

Unser Problem ist nicht in der Farbe selbst begründet, sondern darin, dass wir oftmals nicht so recht wissen, was unsere Aufgaben als Mann eigentlich sind. Wir jonglieren täglich mit unseren diversen Rollen als Beschützer und als Versteher, gleichzeitig müssen wir vor anderen Männern aus unerklärlichen Gründen das Alpha-Tier herauskehren. Ein rosa Hemd wirft uns da völlig aus dem Gleichgewicht.

Was wird eigentlich von einem Mann erwartet, damit er wirklich männlich ist? Das ist eine Frage, die uns unterschwellig ständig beschäftigt. Ein Gegenstand, der alleine schon durch seine Farbe Euch, liebe Frauen, zugeordnet ist, kann uns bei der Beantwortung wenig helfen. Ebenso wenig hilfreich sind natürlich auch die Kumpels, die sich insgeheim zwar mit den gleichen Problemen herumschlagen, aber nach außen hin kaum Verständnis für unser Dilemma aufbringen.

Ein weiteres Thema, das Männer im Allgemeinen verwirrt, ist natürlich auch die Verbindung der Farbe rosa zur Homosexualität. Man denke nur einmal an den Rosa Winkel. Auf einmal steht auch hier etwas im Raum, dass Männer leicht aus der Fassung bringen kann und durch das sie sich genötigt fühlen, ihre eigene Geschlechterrolle zu hinterfragen. Da wir ohnehin schon mit der Frage kämpfen, wird es damit nicht gerade leichter.

Rosa ist also rein psychologisch stark belastet. Männer, die sich weigern rosa Pullover anzuziehen, vermuten hinter einem Kleidungsstück auch durchaus die Drohung, ihre „Männlichkeit“ aufgeben zu müssen (was auch immer das genau ist), sollten sie es wagen, es anzuziehen. Was weitere Gegenstände angeht, so kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass die wenigsten Männer gerne in Barbies Traumhaus leben möchten.

Das sind recht komplizierte Antworten auf eine eigentlich ganz leichte Frage. Und natürlich gibt es bei allen Überlegungen dieser Art auch immer die simple Möglichkeit, dass man einfach die Farbe scheußlich findet.

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