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Fembot - Gefährliche Flirtcomputer feiern Comeback

Fembots gab es bereits vor mehreren Jahren, eine wirklich neue Bedrohung für einsame Internetuser sind sie also nicht. Die elektronischen Flirtprogramme sind jedoch gefährlicher und verhängnisvoller als je zuvor, davon zumindest gehen Experten aus, die die Software selbst schon in Aktion erlebt haben.

fembot

Rainer B. aus Mainz wäre einem Fembot fast auf den Leim gegangen. Wie immer am Abend surfte der 53-jährige Witwer durch das Internet und war im Messengerprogramm MSN unterwegs, als ihn eine Unbekannte anschrieb. Der Frührentner dachte sich nichts dabei, war vielmehr erfreut ob der Abwechslung und antwortete. Daraus entwickelte sich ein Flirtgespräch, das durchaus angenehm war, so berichtete Rainer später. Doch irgendwann wollte die flirtbereite Frau am anderen Ende mehr, als nur ein nettes Gespräch. Sie erkundigte sich, ob Rainer B. eine Kreditkarte besäße und zielte dann erst indirekt, dann sehr dreist auf seine Kreditkartennummer ab. Die Begründung: Sie wolle nur eine kleine Transaktion von 1, 25 € im Internet durchführen und würde ihm das Geld dann sofort auf sein Konto überweisen. Den Überweisungsbeleg wollte sie ihm zusenden. Ein dreister Betrugsversuch, der – so weiß Rainer B. heute – nicht einmal von einem echten Menschen durchgeführt wurde, sondern von einem so genannten Fembot.

Was ist ein Fembot?

Per Definition sind Fembots Computerprogramme, die agieren wie echte Frauen: Sie schreiben männliche Chatter in sozialen Diensten wie Skype oder in Chaträumen an und signalisieren deutliches erotisches Interesse. Irgendwann weitet sich das besagte Interesse jedoch auf die Konto- oder Kreditkartendaten aus. Verhängnisvoll, wenn man dann nicht rechtzeitig schaltet und die sensiblen Informationen allzu leichtfertig preisgibt. Doch wie "dreister Betrugsversuch"kann es eigentlich sein, dass ein Computerprogramm so echt in Chat-Dialogen agieren kann, dass viele Menschen den Betrug nicht bemerken? Schuld daran sind findige Programmierer, die ihren Programmen die Fähigkeit gegeben haben, zu lernen. Der Fembot kann somit direkt in Gesprächen Daten sammeln und diese wiederum sofort einsetzen. Forscher vermuten, dass die moderne Phishingprogramme auf einer Software fußen, die 2007 von einem russischen Unternehmen entwickelt wurde. Wer bei Online-Messengern oder in Chaträumen unterwegs ist sollte deshalb vorsichtig sein. Grundsätzlich sollten Kontodaten oder auch Informationen zur Kreditkarte niemals herausgegeben werden. Auch die Aufforderung, unbekannte Webseiten zu besuchen muss kritisch betrachtet werden. Am besten antwortet man gar nicht auf Kontaktgesuche fremder oder dubios klingender Absender in Messengern und agiert beim Surfen durch das WWW insgesamt vorsichtig.

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