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Man fühl, dass das Ende der Beziehung naht. Richtig Schlussmachen – gibt es sowas überhaupt? Manche meinen ja, dass man eine Beziehung nicht richtig oder falsch beenden kann, sondern allenfalls geschickt oder ungeschickt. Und dass das Thema viele Menschen verunsichert und beschäftigt macht sich mittlerweile an einem ganzen Dienstleistungszweig bemerkbar: Der Schlussmach-Agentur.
Schlussmachen tut weh und ist schwierig, für beide Seiten. Die Frage ist: wie schafft man es, sich vom Partner zu lösen, ohne ihn dabei in eine tiefe Krise zu stürzen. Die Antwort darauf zu finden ist nicht nur schwierig, sondern manchmal wie die Suche nach dem Heiligen Gral. Schlussmachen sauber über die Bühne zu bringen geht trotzdem. Wer sich nicht persönlich traut, weil er Angst hat, die richtigen Worte zu finden oder einfach zu feige ist, beendett per E-Mail, SMS oder Brief die Beziehung. Wer dann noch etwas investieren will, weil er nicht einmal den schriftlichen Weg des Abschieds allein gehen kann, beauftragt eine Agentur. Die Preise sind unterschiedlich, je nach Länge des Briefes. Man kann Agenturen zum Schlussmachen sogar anheuern und einen Agenten zum „Ex in spe“ schicken. Das dauert nicht lang und ist bezahlbar. Dafür gibt es dann ein lebenslanges schlechtes Gewissen gratis.
Wer zwar persönlich, soll heißen –in gesprochener Sprache – Schlussmachen möchte, kann den Noch-Partner anrufen. Eigentlich ist das nicht der günstigste Weg, denn eine Beziehung heißt Respekt gegenüber einem anderen Menschen, auch über die Grenzen der Partnerschaft hinaus. Da ist es dann auch angebracht, ein persönliches Gespräch zu suchen. Ausnahmen gibt es allerdings: Fernbeziehungen oder zu Wutausbrüchen und Gewalt neigende Partner dürfen im Notfall per Telefon abserviert werden. Wie aber sonst Schlussmachen?
Eine „gute“ Schlussmachsituation sieht also wie folgt aus: Man sitzt sich, am besten in einem neutralem Raum, gegenüber und redet so kurz wie möglich und so lange wie nötig über die eigenen Gründe zum Beenden der Partnerschaft. Dass das nicht ohne Emotionen abgeht, sollte jedem klar sein. Frauen neigen da zu Tränenmeeren, während Männer gern schreien, jammern oder verstummen, je nach Typ. Die ganze Situation kann man vereinfachen, indem man nicht auf die überschwingenden Emotionen eingeht, die einem da im Zweifel entgegen schwappen. So sachlich wie möglich zu bleiben hat sich bewährt. Dabei sollte man nicht nur ehrliche Worte finden, sondern diese auch Weise wählen. Die Gründe des Cuts zu nennen ist gut, zu ehrlich muss man aber auch nicht sein. Was nicht nötig ist und den Partner nur noch zusätzlich verletzen würde, darf weggelassen werden. Dabei redet der Schlussmachende am besten ruhig und langsam. Anschreien, Dramatik und Wutausbrüche gehören in die Soap, beim erwachsenen Schlussmachen sollte man derartige Dinge so gut es geht weglassen. Nach dem Schlussmachen sollte dann, im Sinne eines sauberen Cuts, eine Auszeit genommen werden, selbst dann, wenn man sich in aller Freundschaft trennt. Wer diesen Schritt nicht geht oder den Zeitraum zu kurz wählt läuft Gefahr, die Beziehung mit all ihren Problemen in Endlosschleife auf anderer Ebene fortzuführen. Das bringt dann keiner Seite etwas Positives und macht das Loslassen umso schwerer. Das Ende einer Beziehung ist und bleibt jedoch immer schwer.
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