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Egoismus - Eigenliebe als Beziehungsgefahr

Wir nennen es Selbstverliebtheit, Narzissmus, Ich-Bezogenheit oder auch Eigennutz: Egoismus hat viele Gesichter und ist zu einem gewissen Teil menschlich und durchaus sinnvoll. Wenn man jedoch seine Beziehung damit gefährdet, wird es brennzlich.

egoismus

Egoismus als Gefahr für die Partnerschaft

Wären wir nicht ab und zu auch egoistisch und auf unseren Vorteil bedacht, hätte sich der Mensch wohl nicht zu dem entwickelt, was er heute ist. Dennoch ist zu viel Egoismus in der Partnerschaft nicht gut, denn gerade hier geht es um Zweisamkeit und nicht um das Durchsetzen eigener Interessen. Solange der Egoismus in der Partnerschaft in gesunden Bahnen verläuft und somit niemanden verletzt, ist er unproblematisch. Leider werden bestimmte Grenzen allzu oft überschritten. Es ist ein schmaler Grat zwischen selbst bestimmter Unabhängigkeit und purer Fokussierung auf die eigenen Bedürfnisse und Wünsche. Nicht nur der Egoismus allein kann in der Partnerschaft gefährlich schnell zu seelischen Verletzungen des Anderen führen. Mit der Ich-Bezogenheit einher geht, wissenschaftlichen Studien zufolge, auch immer der Vergleich mit Anderen. Dies wiederum begünstigt Missgunst und Neid, wenn man auf der „Gegenseite“, die in diesem Fall ja durch den Partner repräsentiert wird, höhere Leistungen, Erfolge oder Fähigkeiten erkennt. Dass dieser Umstand für eine Beziehung pures Gift ist und eher zu einem ungesunden Wettkampf führt, muss nicht weiter erklärt werden. Doch wie verhält man sich bei Egoismus in der Partnerschaft? Wie bei fast jedem Beziehungsproblem hilft hier in erster Linie die offene Aussprache und die sollte unvermittelt stattfinden. Es bringt also nichts, wenn Sie den Egoismus des Anderen jahrelang ertragen und dann irgendwann völlig frustriert in die Luft gehen. Dies wirkt beim Gegenüber eher abschreckend und schließt im schlimmsten Fall wichtige Türen zur Lösung des Dilemmas. Das grundsätzliche Problem in diesen Fall ist nämlich meistens, dass Ihre Reaktion für den anderen absolut überraschend kommt und daher schlecht oder gar nicht nachzuvollziehen ist.

Frühe Aussprachen sind oft erfolgreich

Wenn es möglich ist, sollte man den Egoismus in der Partnerschaft also gleich zu Beginn seines Auftretens thematisieren. Gehen Sie dabei behutsam vor und versuchen Sie Ihren Partner nicht anzugreifen. Das bewirkt oft eine Trotzreaktion, weil der andere sich vielleicht zu Unrecht kritisiert fühlt und Ihr Problem nicht versteht. Machen Sie aber auch Ihren Standpunkt deutlich. Ein gesundes Mittelmaß ist wichtig. Das erreichen Sie durch einen ruhigen Ton und eine möglichst neutrale Umgebung. Auch wenn Sie zu Beginn die Aussprache versäumt haben und dies nun trotzdem nachholen möchten, ist neutrales Terrain von Vorteil. Laden Sie Ihren Partner beispielsweise in ein neues Restaurant ein, also eines, mit denen Sie beide keine Erinnerungen verbinden. Hier fühlt sich Jeder frei und unbelastet. Sie kennen Ihren Partner gut und sollten sich vorher auch überlegen ob es sinnvoll ist, ihn etwas auf das Kommende einzustimmen. Besonders Männer reagieren in der Regel besser auf Aussprachen, wenn diese vorher angekündigt wurden: Nicht als „Aussprache“ sondern als Zeit, die man zusammen verbringt. Wenn Sie die Sache so angehen übermitteln Sie Ihrem Partner schon vor dem Gespräch eine positive Grundstimmung. SIE haben ein Problem, das sich auf sein Verhalten bezieht. Das klingt anders als Vorwürfe wie „Du bist...“ oder „Immer tust du dies oder das.“ Bleiben Sie auch im Gespräch selbst in der Ich-Perspektive, denn schließlich tut Ihr Partner dies ja schon die ganze Zeit. Wenn Sie ein Mann sind gehen Sie genauso vor. Vorsichtig sollte Sie jedoch mit Ankündigungen sein, da viele Frauen dazu neigen, Probleme immer sofort aus der Welt schaffen zu wollen. Das ist eine Sache, die Sie abschätzen sollten und kann im Übrigen auch auf Männer zutreffen.

Wenn die Aussprache keine Wirkung zeigt

Geben Sie sich und Ihrem Partner Zeit, aber lassen Sie die Sache nicht im Sande verlaufen. Erste Veränderungen, so klein sie auch sein mögen, dürfen nicht allzu lange auf sich warten lassen. Die Erwartung, Ihren Partner völlig umzukrempeln, sollten Sie aber von vornherein abschreiben. Man kann einen Menschen nicht nach den eigenen Vorstellungen verändern, wenn er zu Egoismus in der Partnerschaft neigt, muss man dies bis zu einem bestimmten Punkt akzeptieren. Ist die Grundsituation jedoch nach einiger Zeit noch immer die selbe, sollten Sie vielleicht professionelle Hilfe zu Rate ziehen oder die Beziehung ganz überdenken. Vielleicht hilft dann beim nächsten Mal eine Kontaktanzeige, in der Sie Egoismus in der Partnerschaft als „No Go“ beschreiben.

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