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Gewalt in Beziehungen kennt viele Gesichter und schleicht sich oft Stück für Stück an. Dabei geht es nicht immer gleich um Handgreiflichkeiten. Gewalt ist auch die Macht über einen anderen, die jemand ausübt um ihn seinen Willen aufzuzwingen. Genau diese Art von Gewalt findet man oft in Partnerschaften vor.

Die Frage nach Gewalt in einer Partnerschaft ist nicht allein auf körperliche Angriffe wie Schlagen, Schütteln, Würgen oder das Bewerfen mit Gegenständen beschränkt. Auch andere Gewaltformen wie sexuelle Übergriffe (beispielsweise in Form von Vergewaltigung oder Zwang zur Prostitution) und vorallem psychische Beeinflussungen (zum Beispiel Drohungen und Demütigungen sowie Freiheitsberaubung und Entzug von Sozialkontakten) fallen grundsätzlich hierunter. Dabei ist sowohl die wiederholte, gezielte Gewaltanwendung als auch die einmalige gewalttätige Verhaltensweise in einem konkreten einzelnen Konfliktfall einschlägig.
Das gewalttätige Verhalten der Täter ist in der Regel durch den Drang gekennzeichnet, das Opfer zu kontrollieren oder es sogar zu beherrschen. Die Gewaltausübung wird also benutzt, um eine dominante Machtposition gegenüber dem Partner zu erlangen oder zu behalten. In vielen Fällen von Gewalt in der Partnerschaft ist bereits im Vorwege zum konkreten Ausbruch der Gewalttätigkeit ein deutlicher Unterschied der Machtverteilung zwischen den Partnern zu erkennen. Doch dieses lässt sich nicht verallgemeinern. Auch Menschen, die niemals damit gerechnet hätten, in solch eine Situation zu gelangen, sind davor nicht geschützt.
Auslöser für die Gewaltausübung zwischen Partnern gibt es viele und die Problematik ist ein seit langem bekanntes gesellschaftliches Problem. Dies wird auch darin deutlich, in welcher erschreckenden Anzahl solche Übergriffe vorkommen. Dabei ist diese gewalttätige Verhaltensweise nicht nur bei heterosexuellen Paaren (gleich ob verheiratet oder in der Trennungsphase) zu beobachten, sondern betrifft ebenso gleichgeschlechtliche Paare und eheähnliche Lebensgemeinschaften.
Das Verhalten des Täters, welches eine gezielte Erniedrigung und ein Gefühl der Schwäche beim Partner auslösen und diesen dadurch in eine schwächere Position bringen soll, hat in der Regel Erfolg. Das Opfer fühlt sich zuerst ohnmächtig und hilflos und verdrängt in der Folgezeit den Vorfall häufig.
Die Ursachen hierfür liegen in verschiedenen Gründen. Zum einen fragen sich die Opfer nicht selten, ob sie eine Mitschuld am Verhalten des Partners trifft. Diese unbegründeten Selbstzweifel werden dadurch hervorgerufen, dass die eigene psychische Verfassung durch das Erlebte einen Tiefpunkt erreicht hat, die Täter oftmals ansonsten sozial unauffällig sind und eine emotionale Bindung zwischen Täter und Opfer besteht. Zum anderen reagiert das Umfeld oftmals in unsensibler und herunterspielender Weise. Festzuhalten bleibt jedoch, dass Gewalt in der Partnerschaft keinerlei Rechtfertigung finden kann.
Es bleibt nun die Frage nach Wegen aus der Gewaltspirale. Zum einen muss das Opfer sich seiner Situation bewusst werden, egal wie schwer und in welcher Form die Gewalt ausgeübt wird. Oft müssen die Opfer sich selbst aus dieser Situation befreien, ist das nicht möglich, sollte Hilfe von außen wirken. Durch polizeiliche und gerichtliche Hilfe kann es zu einer Verweisung aus der Wohnung kommen. Ein vorübergehender polizeilicher Gewahrsam ist möglich. Wichtig ist danach eine Betreuung des Opfers und eine Tätertherapie.
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