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Das Borderline-Syndrom ist eine ernsthafte Krankheit und hat einen sehr großen Einfluss auf den Charakter des Betroffenen. Doch was passiert, wenn man sich genau in diesen Charakter verliebt? Beziehungen zu Borderlinern sind nie einfach.

Jene, die schon einmal etwas vom Borderline-Syndrom gehört haben, verbinden es zunächst im Allgemeinen mit selbstverletzenden Handlungen wie dem sogenannten "Ritzen", sich in die eigene Haut zu schneiden bis Blut fließt. Bei vielen Betroffenen u.a. ein Versuch, Druck und innere Spannungen abzubauen aber auch die Möglichkeit, sich selbst wieder zu spüren.
Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich bei dem Borderline-Syndrom um eine psychische Störung. Diese äußert sich u.a. in Störungen des Selbstbildes, Schwierigkeiten in der Führung von zwischenmenschlichen Beziehungen und starken Stimmungsschwankungen, wobei alle Punkte durch eine starke Instabilität, Wechselhaftigkeit und Impulsivität gekennzeichnet sein können. Auslöser dieser Identitätsstörung sind häufig traumatische Erfahrungen in Kindheit und Jugend. Borderline (engl. für: "Grenze", "Grenzlinie", konnotiert mit "Grenzüberschreitung") verdeutlicht, dass sich das Borderline-Syndrom in vielen selbstverletzenden sowie auch exzessiven Handlungen, "nicht die Grenze erkennend" oder auch als "Drang, die Grenze überschreiten zu müssen", manifestieren kann. Drogen, Sex und andere Süchte können demzufolge ebenso auf eine Borderline-Störung hindeuten.
Die Schwierigkeit in einer Beziehung mit einem Borderliner resultiert häufig daraus, dass auch der Partner emotional starken Belastungen ausgesetzt ist. Ob der Umgang mit den Selbstverletzungen des von Borderline betroffenen Partners, die man evtl. nicht beeinflussen kann oder auch Schwankungen in Stimmung und Selbstwertgefühl, wobei sich das unkontrollierte Verhalten des Borderliners auch gegen einen selbst richten kann, wichtig ist, zu erkennen, dass es sich bei Borderline um eine Krankheit handelt, die auch behandelt werden sollte. Sind beide Partner Borderliner, haben sie den Vorteil, dass es die Fähigkeit zum Verständnis füreinander sicher vereinfacht. Das wichtigste für jemanden, der eine Beziehung zu einem Borderliner führt, ist zu wissen, dass der Betroffene ständig zwischen der Angst vor zu viel Nähe und der Angst vor dem Alleingelassen werden schwankt. Durch diese grundlegende Denkart können viele Konflikte entstehen.
All jene, die eine Beziehung mit einem Borderliner führen oder führen möchten, müssen sich den Schwierigkeiten bewusst sein. Man muss sich diesen Fakt oft ins Gedächtnis rufen, aber wer und was ist denn schon normal? Haben wir nicht alle im Laufe unseres Lebens schon irgendwelche Erfahrungen gemacht, die uns mal mehr oder mal weniger "aus der Bahn" geworfen haben? Braucht man nicht gerade in solchen Situationen jemanden auf den man wirklich zählen kann? Zeichnet sich das große Wort "Liebe" nicht gerade dadurch aus, dass man geliebt wird so wie man ist? Trotz einiger Makel? Aber es sei natürlich noch einmal darauf hingewiesen: Man muss sich den eventuell auftretenden Schwierigkeiten schon bewusst sein und natürlich sind die Probleme eines Borderliners nicht mit kleinen Macken und Zickereien auf eine Ebene zu stellen. Weder dem Borderliner noch sich selbst ist man eine große Hilfe, wenn man bemerkt, dass die Belastungen innerhalb der Beziehung zu hoch werden. Deshalb muss man sich selbst und dem Partner gegenüber ehrlich bleiben! Wer also mit einem betroffenen Menschen zusammen ist, muss sich unbedingt über das Krankheitsbild und alles drum herum informieren und offen dafür sein es als Krankheit anzuerkennen.
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