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Eheähnliche Beziehung - Wenn Gefühle auf Bürokratie treffen

Man muss nicht verheiratet sein, um in einer Beziehung zu leben, die einer Ehe nachkommt. Im Endeffekt kann eigentlich auch kein Papier die gemeinsame Partnerschaft bestimmen, doch die Bürokratie braucht wie immer Anhaltspunkte, um gewisse Verhältnisse zu definieren.

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Wie definieren Sie eine eheähnliche Beziehung?

Eine eheähnliche Beziehung, oder auch außereheliche Lebensgemeinschaft genannt, ist gesetzlich nicht geregelt. Der Begriff beschreibt das Zusammenleben zweier Menschen (nicht unbedingt verschiedenen Geschlechts) nach Art einer Ehe, ohne förmliche Eheschließung. Immer weniger Menschen wollen eine klassische Ehe vor dem Gesetz und vor Gott eingehen.Gründe sind zum Beispiel Unterhaltsansprüche nach einer Trennung, Verlust sozialer Leistungen oder schnellere Trennungsmöglichkeiten. Hatte man zuvor schon einen Partner kann man auch die Unterhaltszahlungen und ähnliches verlieren.

Eine eheähnliche Beziehung hat Vor- und Nachteile

Es gibt aber auch Nachteile, wenn man nur in einer eheähnlichen Beziehung lebt. So können Vorteile einer Ehe nicht in Anspruch genommen werden, obwohl man eigentlich genauso zusammenlebt. Der Partner kann nicht beitragsfrei in der Krankenversicherung und Pflegeversicherung mitversichert werden. Man hat kein Zeugnisverweigerungsrecht in gerichtlichen Verfahren. Es gibt keinen Versorgungsausgleich, keinen Anspruch auf Rente bei Tod des Partners, keine Besteuerung der Einkommen beider Partner nach dem Splitting-Modell. Auch die gemeinschaftliche Adoption gibt es bei einer eheähnlichen Beziehung nicht. Bei einem Unfall hat man nicht das Recht auf Auskunft oder auch nicht das Recht darauf, Entscheidungen für den anderen Partner zu treffen.

Partner, die in einer eheähnlichen Beziehung leben, werden auch nie einen gemeinsamen Nachnamen tragen, was nur ein kleiner, aber für manche Menschen viel bedeutender Punkt ist, gerade wenn man ein gemeinsames Kind bekommt, das dann den Namen der Mutter trägt.

Eine eheähnliche Beziehung hat einige Vor- sowie auch Nachteile. Wenn es um Gesetze und Vorschriften geht, kann der Staat dieses Verhältnis sehr variabel auslegen. Bei ALG-II-Beziehern wird auch ein nur mit wohnender Partner "eheähnlich" eingestuft und sein Verdienst wird voll angerechnet beim Bezug des anderen Partners. Der fehlende Betrag kann aber im Gegenzug nicht vom anderen Partner eingeklagt werden. Genauso sieht es mit der Steuerklasse aus. Partner in eheähnlicher Beziehung werden mit der höchsten Steuerklasse I versteuert.

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