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Bei Geld hört die Freundschaft auf. Und leider auch viel zu oft die Liebe. Das Gerangel um die Finanzen ist einer der Hauptstreitpunkte in Beziehungen. Wie findet man zu einem vernünftigen Umgang mit dem privaten Kapital? Muss es immer einen Verlierer und einen Gewinner geben?
„Arm, aber sexy“, so könnte das Motto von studentischen Partnerschaften lauten. Eine Weile kann diese Kombination durchaus attraktiv sein. Und solange man jung ist und noch in Ausbildung, spielt Geld keine besonders große Rolle in einer Beziehung, weil schlicht und ergreifend gar keines da ist. Bis ca. Mitte Zwanzig schlagen sich viele irgendwie durch: WGs, Discounter, Eltern.
Doch wenn die Ansprüche steigen und auch der Ernst von Partnerschaften, dann wird Geld zu einem mehr oder weniger unwillkommenen Dritten im Bunde. Gerade, wenn man ein gemeinsames Konto hat Dann geht es nicht mehr nur um die Frage, wer die Restaurant-Rechnung begleicht, sondern wie das gemeinschaftliche Lebens-Projekt finanziert werden soll. Der französische Psychoanalytiker Bernard Prieur stellt gar die provokante, und sehr ernsthafte Frage: „Kann man sich überhaupt lieben ohne zu zählen und nachzurechnen?“ Geld und Beziehung ist somit eine Kombination, an die sich viele nicht leicht gewöhnen können. Zumal das Geld mit zwei für das Zusammenleben zentralen Bedeutungsfeldern besetzt ist: dem ökonomischen und dem emotionalen.
Dieser Aspekt ist der leichter regelbare. Auf rein ökonomischer Ebene kann das Paar klare Vereinbarungen treffen.
Man spricht auch von der Psychologie des Geldes. Geld ist eben weitaus mehr als nur ein schnödes Zahlungsmittel. Ob wir es wollen oder nicht, aber es wirkt sich sehr tief auf unsere Gefühle und Gedanken aus. Es ist immer schon ein Garant für Sicherheit, das erfahren wir bereits als Kind. Je älter wir werden umso mehr ist es aber auch ein Gradmesser für Erfolg, Leistung und sozialen Status sowie der Inbegriff für Freiheit und Unabhängigkeit. Für manche ist es gar ein Ersatzmittel für Liebe, Anerkennung und Glück. Zudem ist der Umgang mit Geld häufig ein Erbe unserer Erziehung. Wir sind also gewissermaßen auf Großzügigkeit oder Sparsamkeit konditioniert. Um einander besser zu verstehen, sollte die Rolle des Elternhauses auch diesbezüglich thematisiert werden. Geld löst auch immer wieder irrationale, oder romantische Reflexe aus, wie das folgende Beispiel zeigt: Eine Untersuchung ergab nämlich, dass Frauen nach wie vor – unabhängig von Status, Alter und Einkommen - in der Regel im Restaurant eingeladen werden möchten. So viel zur Psychologie des Geldes. Wie gut eine Partnerschaft funktioniert, zeigt sich auch daran, wie beide mit Geld umgehen. Deswegen am besten schon möglichst früh klare Verhältnisse schaffen. Am Anfang einer Beziehung fällt es noch leicht, über das Thema zu reden, als wenn später die Fronten eventuell verhärtet sind.
Bei aller praktischen Vernunft in Gelddingen, sollten Sie darüber nicht Ihren Humor und Ihre Spontaneität verlieren. Manchmal müssen kleine Sünden einfach sein. Sehen Sie deshalb darüber hinweg, wenn Sie beim Schuhkauf mal ordentlich zugelangt hat, oder er die teurere Variante der Digital-Kamera bestellt hat. Solange sich hinter solchen Ausgaben keine Kaufsucht verbirgt, sollten Sie sich das in dem Einkommen angemessen Abständen mal gönnen. Es muss auch nicht zwangsläufig zum Eklat kommen, wenn beide unterschiedliche Geldstile haben. Diese Paare „können sich auch ergänzen“, wie das evangelische Magazin „Chrismon“ schreibt. „Der eine verschönert mit Geld und Phantasie das gemeinsame Leben, der andere hat ein Auge auf die Rechnungen.“ So können Geld und Beziehung zu einer harmonischen Einheit verwachsen.
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