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Der Partner ist immer für Sie da. Er oder sie ist liebevoll und aufmerksam. Aber das alles ein wenig zu sehr. Was tun, wenn sich der Partner als Klette entpuppt? Und was ist der Unterschied zum Klammern?
Eigentlich gibt es kaum Schöneres als die ungeteilte Aufmerksamkeit eines geliebten Menschen. Es schmeichelt unserem Ego, wenn sich ein Mensch uns zuwendet und wenn er uns das Gefühl gibt, dass wir einzigartig sind. Zu Beginn einer Beziehung ist ein Übermaß an Zuwendung nicht nur typisch, nein, wir lechzen geradezu danach. Aber sobald sich die ersten Schmetterlinge im Bauch verflogen haben, hat wieder unser Kopf das Sagen und der signalisiert dann plötzlich: Stopp! Denn ehe wir uns versehen, sind wir um unsere Freiräume beraubt und fühlen uns statt geliebt belagert. Als Klette empfinden wir erst dann jemanden, wenn uns seine übertriebene Nähe stört. Das heißt, wenn zwei Verliebte aneinander hängen wie siamesische Zwillinge, das aber keinen von beiden nervt, dann haben sich eben zwei glückliche Kletten gefunden.
Wenn aber ein Partner nicht erkennt, dass der andere ab und zu Ruhe braucht und nicht fünfmal am Tag mit Anrufen und dutzenden SMS bedrängt werden möchte, dann wird es problematisch – für beide. Eine Klette kann sich gar keine andere Beschäftigung mehr vorstellen als das Zusammensein mit dem Anderen. Ausgehen, Kino, Essen wird nur noch mit dem/der Angebeteten geplant und das am liebsten täglich.
Eine Klette weicht nicht mehr von der Seite und neigt zu übertriebener Anhänglichkeit. Bedenklich wird es, wenn die Klette Tendenzen zur Selbstaufgabe an den Tag legt, d.h. wenn sie selbst auf Zurückweisung auch noch beinah unterwürfig reagiert. Wenn Ihnen die Klette etwas bedeutet, sollten Sie Ihr einfühlsam, aber unmissverständlich Ihre Position klar machen.
Es ist nicht so leicht, jemanden etwas vorzuwerfen, dass ja eigentlich einen liebevollen Hintergrund hat. Damit sich derjenige nicht vor den Kopf gestoßen fühlt, sollten Sie ihm zunächst seine Zuneigung versichern. Es gilt außerdem Vertrauen zu schaffen, denn nicht selten resultiert Klettentum aus Verlustangst. Sie sollten dem Anderen klar machen, dass Sie auch Hobbies und Freundschaften außerhalb der Beziehung pflegen möchten. Außerdem sind unterschiedliche Bedürfnisse in Liebe und Partnerschaft etwas ganz normales, und folglich muss man einen gemeinsamen Nenner finden. Am besten legen Sie kleine Rahmenbedingungen fest. Das klingt politisch-unterkühlt ist aber hilfreich. Man kann sich z.B. darauf einigen, nur noch einmal am Tag zu telefonieren, dafür dann länger. Man legt verbindliche Zeiten für die Beziehung fest, z.B. der Samstag-Abend, wo gekocht oder ausgegangen wird. Der Freitag könnte dann z.B. für die eigenen Freunde da sein. Vielleicht sollten Sie die liebenswerte Klette an seine vernachlässigten Beschäftigungen erinnern und sich gleichzeitig mehr dafür interessieren. Dann gibt man dem anderen etwas zurück, was man ihm an gemeinsamer Zeit quasi „nimmt“.
Man könnte sagen die Klette ist die Light-Version des Klammeraffen. Während es die Klette meistens einfach nur gut meint, bewegt sich der Klammernde schon am Rande der Zudringlichkeit. Die Klette ist anhänglich, der Klammernde abhängig. Und zwischen Anhänglichkeit und Abhängigkeit ist ein großer Unterschied. Nachzulesen und mehr zum Thema 'Abhängigkeit in Beziehungen' finden sie auch auf Date.de
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