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Wer kennt das Klischee der bösen Schwiegermutter nicht? Schon in früheren Jahrhunderten galt das Verhältnis zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter als schwierig, da sie sich häufig im gemeinsamen Haushalt Konkurrenz machten. Ist das schlechte Bild der Schwiegermutter also nur ein Relikt aus vergangenen Zeiten? Und wie verhält es sich mit Schwiegersöhnen?

Heutzutage haben Familien oft nicht mehr die Bindung, die sie noch vor 100 Jahren hatten. Es gibt zumindest in Deutschland keine Zwangshochzeiten und die Abnabelung passiert im Durchschnitt frühzeitiger. Aber auch heutzutage wird Schätzungen von Experten zufolge beinahe jede achte Ehe aufgrund von einer bösen Schwiegermutter geschieden. Ursache ist immer noch der Konkurrenzkampf zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter, der zu gravierenden Problemen führt. Mütter, die ein besonders inniges Verhältnis zu ihrem Sohn haben und ihn auch im Erwachsenenalter noch als kleines Kind sehen, werden häufig von ihren Schwiegertöchtern als böse Schwiegermutter empfunden. Sie wissen alles besser und mischen sich in alles ein. Der Sohn und Partner hält sich aus diesem Konflikt gerne heraus, da er sich nicht klar für seine Partnerin entscheiden will, um seine Mutter nicht zu verletzen.
Deutlich seltener kommt es zu Problemen zwischen Schwiegermutter und Schwiegersohn. Nur sehr dominante Mütter, für die der Partner der Tochter nie gut genug sein kann und die zu ihrer Tochter ein sehr inniges und besitzergreifendes Verhältnis haben, lehnen ihren Schwiegersohn häufig ab. Auch in diesem Fall liegen die Ursachen für den Konflikt darin, dass sich die Mütter nicht mit der Tatsache abfinden können, dass ihre Kinder erwachsene, eigenständige Menschen sind. Der Rat für Schwiegermütter lautet loslassen. Das Kind hat sich seinen Partner selbst ausgesucht, weil es ihn liebt. Als Mutter sollte man versuchen, diese Entscheidung zu respektieren und ein gutes oder zumindest ein neutrales Verhältnis zu Schwiegertochter oder Schwiegersohn aufzubauen.
Aber auch Schwiegerkinder können zu einem entspannten Verhältnis beitragen, denn Vorurteile führen schon von vornherein zu einer problematischen Beziehung. Man sollte bedenken, dass die Schwiegereltern den Partner zu dem Menschen erzogen haben, in den man sich verliebt hat. Der Partner sollte nicht zum Schiedsrichter zwischen den Parteien missbraucht werden. Nicht jeder gut gemeinte Rat der Schwiegermutter ist als Einmischung zu verstehen. Mit etwas Toleranz und Nettigkeit von beiden Seiten und eventuell mit einer gewissen Distanz kann sich die Beziehung zwischen Schwiegereltern und Schwiegerkindern, wenn nicht zu einer Freundschaft, so aber wenigsten zu einer von gegenseitigem Respekt gekennzeichneten Beziehung entwickeln. Auch wenn sich viele Strukturen geändert haben, die Familie ist immernoch eine wichtige Instanz im Leben. Nur im Märchen und in Ausnahmefällen ist die Schwiegermutter wirklich von Grund auf böse.
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