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Irgendwann steht in einer Beziehung die Frage im Raum: Wollen wir in Zukunft Bett, Bad und Balkon teilen? Doch wann ist dafür der richtige Zeitpunkt? Wie sollte das Ganze über die Bühne gehen, damit nicht schon beim Umzug erste Zweifel kommen? Liebe ist die beste Grundlage, doch auch nicht unverwundbar. Wir sagen Ihnen worauf sie achten sollten.
Der Entschluss zusammenzuziehen geht mit unterschiedlichen Gründen einher: mit pragmatischen wie Finanziellen, einer bevorstehenden Hochzeit, der Geburt eines Kindes, dem Ende einer Fernbeziehung und natürlich dem emotionalen Bedürfnis nach mehr Zweisamkeit.
Es gibt zwar romantische Aktivisten, die kaum den Nachnamen des anderen kennen und dennoch sofort eine Liebes-WG gründen wollen. In der Regel aber vergehen ein halbes bis mehrere Jahre bis zum Zusammenziehen. Dieser Schritt sollte gut überlegt sein. Denn unterschiedliche Gewohnheiten, über die man bislang milde lächelnd hinweg sah, provozieren dann womöglich genervtes Augenrollen. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Schritt in das gemeinsame Wohnen mehrmals in Ruhe zusammenzusetzen und die Karten offen zu legen: Wie ähnlich sind sich die Vorstellungen vom Zusammenleben überhaupt? Eine zentrale Frage vor dem Zusammenziehen: Wohin? Wenn man beim Partner einzieht, besteht die Gefahr, dass man sich wie ein Gast verkommt und sich gehemmter benimmt. Vielleicht weil man das Gefühl nicht los wird, in einem abgesteckten Revier zu räubern. Umgekehrt kann es sich ganz ähnlich verhalten. Idealerweise sucht man sich gemeinsam eine neue Wohnung. Auf diese Weise zeigt sich auch, wo die Schnittmengen liegen, wo die Differenzen. So kann man ohne Stress zu einem Ausgleich kommen und lernt gleichzeitig den Partner noch besser kennen.
Bei der Gestaltung der Wohnung werden Sie wahrscheinlich die Erfahrung machen, dass sich über Geschmack ziemlich zoffen lässt. Wenn er auf Gelsenkirchener Barock steht und sie auf Birkenholz-Schlichtheit, dann sollte man einen Kompromiss finden. So darf jeder mindestens zwei wichtige Möbelstücke oder Einrichtungsgegenstände auswählen, ohne dass der andere meckert. Der Umzug ist die erste Feuerprobe. Am besten, man nimmt sich dafür ein paar Tage frei und versucht bei allem Stress, dem Ereignis seine romantischen Seiten abzugewinnen. So kann man sich abends gemeinsam zwischen den Umzugskisten in die provisorische Kuschelecke verziehen und bei Kerzenlicht Rotwein trinken. Der Fernseher bleibt aus und sollte auch in der Beziehung nicht der Haupt-Unterhalter sein.
Die Bewältigung des Alltags ist häufig eine Belastungsprobe für die Beziehung. Man sollte vorher wissen, ob man es mit einem Sauberkeitsfanatiker zu tun hat oder mit einem Schmutzfinken. Beide sollten sich einander annähern und einen Mittelweg finden. Die Hausarbeit sollte aufgeteilt werden, je nach Stärken und Schwächen. Der eine tanzt gerne mit dem Besen über den Boden, der andere kann beim Fensterputzen wunderbar meditieren.
Insbesondere freiheitsliebende Menschen sollten von Anfang ihr Bedürfnis nach Freiräumen artikulieren, ohne dass der Partner gekränkt reagiert. Optimaler weise bietet die neue Wohnung Rückzugsmöglichkeiten. Ein Zimmer, wo man hinter sich die Tür zu machen kann, wo man sein Hobby pflegen, mit Freunden telefonieren, entspannen kann. Beide sollten darauf achten, dass solche Nischen existieren. Dann freut man sich um so mehr auf die gemeinsame Zeit. Und: Studien bestätigen, dass 33 Prozent der Männer und Frauen glauben, dass man nach dem Zusammenziehen öfter Sex hat als vorher.
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